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Local Dynamic Map (LDM)

Eine Idee des Forschungsprojektes Safespot hat uns besonders überzeugt. Es ist die Local Dynamic Map (LDM), die aktuelle Verkehrslagekarte, die alle verkehrsrelevanten Informationen mit hoher Aktualität strukturiert. Die erforderlichen Daten zu sammeln und in der LDM darzustellen, wird künftig die Aufgabe von untereinander vernetzten Verkehrsmanagement-Zentralen sein.

Datenorganisation in einer LDM

Die LDM strukturiert verkehrsrelevanten Informationen in vier Ebenen, zwei statische und zwei dynamische Ebenen.

Die erste und unterste Ebene enthält die statischen geografischen Informationen, wie sie Navteq oder Teleatlas für Navigationssysteme und Routenplanung anbieten. Derzeit liegt die Genauigkeit der Verkehrswege in einer Größenordnung von 15 Metern. Beide Anbieter sind aber bemüht, die Genauigkeit digitaler Straßenkarten deutlich zu erhöhen. Ziel ist eine hohe, dauernd verfügbare und zuverlässige Genauigkeit der (GPS-) Ortung, insbesondere in den Städten. Um diese Genauigkeit zu erreichen, werden Messungen und Videoaufnahmen von Straßenzügen gemacht und mit einem GIS, einem rechnergestützten Geoinformationssystem, digital erfasst.

Die zweite Ebene enthält Mess- bzw. Referenzpunkte für die Ortung. Solche Punkte sind Tunnel, Brücken, besondere Gebäude aber auch Verkehrsschilder und Lichtsignalanlagen (LSA). Die Standorte von Verkehrszeichen und LSA werden bereits beim Aufstellen geortet. Vorhandene Anlagen müssen von den Straßenbauämtern erfasst werden.

Die dritte Ebene gehört bereits zum dynamischen Bereich der LDM. In ihr werden Daten zum aktuellen, lokalen Straßenzustand abgelegt. Dazu gehören auch wetterbezogene Daten wie Nebelbänke, Aquaplaning, Straßenglätte, Schneefall und Immissionen. In dieser Ebene werden liegengebliebene Fahrzeuge oder Informationen zu Unfallstellen registriert. Schleifen, Traffic-Eyes und Staumelder liefern ihre Daten ebenso in die dritte Ebene wie Mobilfunk-Provider, denen es zunehmend gelingt, über die Verteilung von Handys ebenfalls zuverlässige Aussagen über das Verkehrsaufkommen zu machen.

Die vierte und oberste Ebene ist hochdynamisch. In dieser Ebene werden die kurzfristigen Veränderungen der Verkehrslage im Bereich von wenigen Sekunden verwaltet. Hierzu gehören die Phasen der Lichtsignalanlagen, die Verkehrsdichte, das aktuelle Geschwindigkeitsniveau sowie die Position von Rettungsfahrzeugen. In diese Ebene gehören auch die fahrzeugeigenen Daten zu Position, Geschwindigkeit, Richtung, ABS, ESP, Crash usw.

Anforderungen an die Realisierung der LDM

Um Local Dynamic Maps realisieren zu können, ist eine weitestgehende Kooperation zwischen staatlichen Stellen, den Telekommunikationsunternehmen und den Fahrzeugherstellern erforderlich. Manches ist schon auf den Weg gebracht. Ein Funkfrequenzband ausschließlich für die drahtlose Kommunikation zwischen den Fahrzeugen bzw. zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur ist bereits für ganz Europa vorhanden. In Ballungsräumen gibt es gut funktionierende Verkehrsmanagement-Zentralen, die großräumig verkehrsadaptive und kooperative Steuerungen des Verkehrsnetzes vornehmen. In mittleren Großstädten sind sie im Aufbau. Zunehmend werden aktive Anzeigesysteme zur Information der Autofahrer und für temporäre Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen eingesetzt.

Anonymisierter Handy-Positionsdaten werden bereits von Providern zur Stauerkennung und Information benutzt, so dass mit einem geeigneten Navigationsgerät eine Alternativroute sofort berechnet werden kann. Die Bereitstellung der anonymisierter fahrzeugeigener Daten ist noch nicht gegeben.

Für die Mobile-Car-Communication bietet die LDM eine ideal Datengrundlage. Viele der Anforderungen können in naher Zukunft erfüllt werden. Ein Haupthemmnis ist noch die mangelnde Kooperation der Fahrzeughersteller, die sich gegen die Öffnung des CAN-Busses sträuben. Diese Kooperation ist aber Voraussetzung dafür, dass fahrzeugeigene Daten der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Vielleicht liegt in der derzeitige Krise eine Chance.

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