Ihr Standort: Ergebnis > Thesen > Management Nächste Seite: Communicator

Anforderungen an das Verkehrsmanagement

Ganz Deutschland, besser noch ganz Europa, braucht ein staatlich autorisiertes und durchorganisiertes dynamisches Verkehrsmanagementsystem (VMS) auf regionaler und überregionaler Ebene. Dazu müssen öffentliche und privatwirtschaftliche Stellen auf der Basis einer einheitlichen Netzarchitektur zusammenarbeiten. Ein Supernetzwerk, ein Netz der Netze, muss geflochten werden, in das alle eingebunden sind, die mit Verkehrsinformationen zu tun haben. Die Aufgaben des VMS müssen klar definiert und durch ein Qualitätsmanagementsystem überwacht werden. Verkehrsmanagement ist zu großen Teilen Störfall-Management. Bei hoher Verkehrsdichte wird die Leistungsfähigkeit von Straßen und insbesondere von Autobahnabschnitten durch Störfälle massiv beeinträchtigt.

Störfall „Unfall“

Die Dauer für die Räumung einer Unfallstelle muss deutlich verkürzt werden. Der Gesetzgeber muss zusammen mit der Polizei, Rettungsleitstellen, Abschleppunternehmen, Versicherungsunternehmen daher die Abläufe zur Beseitigung liegen gebliebener Fahrzeuge neu festlegen. Der ab 2010 in Neufahrzeugen europaweit eingebaute Notrufassistent eCall ist bereits eine Maßnahme, die die Zeit zur Bergung von Verletzten und Fahrzeugen verkürzt.

Störfall „Baustelle“

Das Baustellen-Management muss optimiert werden. Baumaßnahmen dienen dem Substanzerhalt und dem Ausbau der Straßeninfrastruktur und sind daher notwendig. Zeitpunkt, Dauer und Ausmaß der Beeinträchtigungen können aber beeinflusst werden. Grundlage ist entsprechendes Datenmaterial, das sowohl aus Erfahrungswerten als auch aus aktuellen Informationen generiert wird. Alternativrouten können bereits im Vorfeld auf Schwachstellen überprüft und diese beseitigt werden.

Störfall „Stau infolge zu hoher Verkehrsdichte“

Staus infolge hoher Verkehrsdichte, wie sie tagtäglich im Berufsverkehr vorkommen, verlangen ein Störfallmanagement, das sich am Verkehrsfluss orientiert. Es müssen temporäre und auf die Situation zugeschnittene Maßnahmen zur Verkehrsbeeinflussung ergriffen werden.

Auf einer Hauptverkehrsader in der Stadt kann bei hohem Verkehrsaufkommen beispielsweise die Veränderung der Schaltzeiten der Lichtsignal-Anlagen bereits zu einer Verbesserung führen. Bei längerer Grünphase müssen weniger Fahrzeuge abstoppen und wieder anfahren. Intelligente, bedarfsgesteuerte Ampelschaltungen optimieren den Gesamtverkehrsfluss durch eine Stadt auch dadurch, dass sie die Bildung von Rückstaus weit vor den eigentlichen Brennpunkten mit bewerten. Die Bevorzugung des ÖPNV führt in der Regel ebenfalls zu einer Entflechtung des Verkehrs.

Auf der Autobahn kann bei einem hohem Verkehrsaufkommen eine temporäre Freigabe der Standspur die Kapazität bereits um rund 2000 Fahrzeuge pro Stunde erhöhen. Das ist eine Verbesserung um 30 % bzw. 50 % bei ursprünglich drei bzw. zwei Fahrspuren. Allerdings fehlen dann Ausweichflächen bei Pannen und Unfällen. Die Erfahrung zeigt, dass bei hoher Verkehrsdichte ein Tempolimit von 80 km/h zu einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit und damit zu einem höheren Fahrzeugdurchsatz in einer Größenordnung von bis zu 20 % führt. Da der Verkehr dann sehr viel homogener und doch genügend schnell fließt, kommt es auch zu weniger Unfällen. Solche Streckenbeeinflussungsanlagen sind beispielsweise auf der A 8 westliche von München bereits im Einsatz. Denkbar wäre auch ein temporäres Spurwechselverbot.

Störfall „Ausfall von Verkehrsleitsystemen“

Dieser Störfall muss zeitgleich sowohl an die zuständige Verkehrsmanagementzentrale als auch an einen Bereitschaftsdienst für Wartungsarbeiten gemeldet werden. Die Behebung des Problems hat absoluten Vorrang. Technische Lösungen zu entwickeln, mit denen die Anzahl der Störungen verringert und der Verkehrsfluss erhöht werden kann, und diese in das bestehende System zu implementieren, ist eine wesentliche Aufgabe für die Gestaltung der Mobilität von morgen.

Die Mobile-Car-Communication verbessert das Störfallmanagement im Straßenverkehr durch schnellere Information und schnellere Reaktion.

<< zurück zu Vernetzte Informationssysteme

<< zurück zu Ergebnis